Mein Reisejahr

Jahresrückblick: Mein Reisejahr 2025

Wait, it’s already 2026?! Geht es dir manchmal auch so, dass du denkst, was, das war’s schon wieder? 2025 war, wie auch schon 2024, wieder ein sehr reiseintensives Jahr. Ich war über 6,5 Monate außer Haus und in der Welt unterwegs, die meiste Zeit davon mit meinen Gruppen als Reiseleiterin. Begonnen hat das Jahr im fernen Süden mit einer mehrwöchigen Reise durch Südamerika. Der Sommer war von vielen Reisen quer durch Europa geprägt. Im Herbst habe ich dann privat eine Reise gemacht, die schon sehr lange auf meiner Wunschliste stand: eine Rundreise entlang der Seidenstraße. Darauf folgte der nächste Banger: 3 Wochen in Japan zur Herbstlaubfärbung. Im Dezember kostete ich mich durch viele verschiedene Weihnachtsmärkte und brachte meinen Gruppen unsere Traditionen näher. Insgesamt habe ich 2025 10 neue Länder besucht und bin der Welt wieder ein Stück näher gekommen.

Im japanischen Garten in Kyoto
In den Weiten Kirgistans

Jahresauftakt in Südamerika

Das „Ende der Welt“ liegt in Feuerland, es ist der südlichste Punkt der Erde, abgesehen von der Antarktis. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn es ist wirklich verdammt weit weg. Aber ich sage dir, es lohnt sich!

Argentinien begeistert. Für viele ist Patagonien das Sehnsuchtsziel schlechthin, aber das Land hat so viel mehr zu bieten. In den unzähligen Nationalparks kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Glasklare Seen, schneebedeckte (verdammt hohe) Berge, Gletscher, die ihre Zungen bis in die grünen Täler strecken. Ein Eldorado für Outdoor-Fans. Argentinien ist prädestiniert zum Wandern, Reiten oder für eine Bootsfahrt auf den Gletscherseen. Das nächste Asado/Parrilla (Fleisch vom Grill) ist nie weit entfernt oder du packst dir ein paar Empanadas (gefüllte Teigtaschen) für unterwegs ein. Wer sich die Zeit nimmt und sich mal mit den freundlichen Einheimischen unterhält wird, nachdem das Eis gebrochen ist, zum Mate eingeladen – ein nicht wegzudenkendes Ritual im argentinischen Alltag.

Die Lebensfreude und offene Neugier der Menschen hat mich besonders berührt. Durch die Zusammenarbeit mit den lokalen Guides, Fahrern und Hotelangestellten haben sich viele neue Freundschaften entwickelt. Gemeinsam mit ihnen und meiner deutschen Gruppe haben wir das weite Land entdeckt: von oben bis unten und wieder zurück. Wir haben viele atemberaubende Landschaft gesehen, haben bei einem zufällig entdeckten Gaucho-Fest das saftigste Rindersteak ever gegessen, haben dem Perito Moreno Gletscher beim Kalben zugesehen, uns die Haare vom patagonischen Wind zerzausen lassen und fühlten uns wie auf Safari, wenn neben der Straße plötzlich Guanakos (eine kleine Lama-Art) oder Nandus (eine Art Strauß) auftauchten. Nur den berühmt-berüchtigten Anden-Puma haben wir leider nicht gesehen.

Nach Ende der Gruppenreise in Buenos Aires flog ich alleine weiter in ein für viele wahrscheinlich gänzlich unbekanntes Land: Paraguay. Das Land gehört zu einem der am wenigsten besuchten der Welt, zu Unrecht, wie ich meine. Auch wenn es vielleicht nicht die großen, touristischen Attraktionen besitzt, so macht genau das seinen Charme aus. Dort kommt man noch mit der ursprünglichen Bevölkerung in Kontakt, Touristen trifft man kaum. Die Hauptstadt Asunción bietet einige spannende Museen zur Kolonialgeschichte und den heute noch existenten mennonitischen und deutschen Siedlungen. Im Süden an der Grenze zu Argentinien befindet sich Encarnación, eine Stadt, die für ihre Karneval- und Osterfeierlichkeiten bekannt ist. Sie ist zudem der perfekte Ausgangspunkt für einen Besuch der Jesuitenmissionen im näheren Umland. Neben den beiden Städten bietet Paraguay einige schöne Nationalparks, beeindruckende Wasserfälle wie die Saltos del Monday oder richtige Abgeschiedenheit im kaum besiedelten El Chaco. Zu Paraguay gehört auch ein Teil des Pantanals, dessen brasilianische Seite weitaus größere Bekanntheit genießt. Weiters sehenswert ist auch diese Seite des Itaipú Staudamms (der zweitgrößte der Welt), die im Gegensatz zur brasilianischen Seite komplett kostenlos zu besuchen ist.

Über Ciudad del Este ging es für mich zu Fuß über die Grenze nach Brasilien, denn dort wartete ein Top-Highlight auf mich: die Iguazú Fälle. Ich empfehle dir unbedingt beide Seiten der Fälle zu besuchen, die argentinische und die brasilianische. Das Erlebnis ist beide Male grandios, aber auf der argentinischen Seite läufst du auf Stegen über den Wasserfällen, während du auf der brasilianischen Seite mit einem Boot sogar unter den Wasserfall hinein fahren kannst. Ein absolutes Must-See!

Als letztes Land vor meine Rückreise nach Europa besuchte ich Uruguay. Die unglaublich entspannte Atmosphäre wird sofort bei Ankunft klar. Pittoreske Gassen, koloniale Bauten und eine Palette an interessanten Museen erwarteten mich, die ich in gut einer Woche (hier findest du den Blogbeitrag zu meinem Reiseverlauf) bestmöglich erkundete. Von Colonia del Sacramento ging es weiter nach Montevideo und von dort für einen Tagesausflug nach Punta del Este. Die Hauptstadt Montevideo mit dem alten Markt am Hafen, dem sonntäglichen Flohmarkt Tristan Narvaja und einem Mix aus Museen, Parks und Spaziergängen an der Rambla hat es mir besonders angetan. Ich komme auf jeden Fall zurück, dann vielleicht für einen Aufenthalt auf einer Estancia?

Start der Saison und Hauptreisezeit in Europa

Wieder zurück in Europa ging es im März für ein paar Tage nach Zagreb für ein Reiseleiter-Training. Da ich zuvor noch nie in Zagreb war, nutzte ich die Gelegenheit um die Stadt ein wenig zu erkunden und fest steht, ich habe noch lange nicht alles gesehen! Auch die Weihnachtsmärkte sollen sehenswert sein.

Anfang April zog es mich nach Portugal, eines der wenigen Länder in Europa, die ich noch nicht besucht hatte. Bei einem Mix aus angenehm warmen Frühlingstemperaturen und ein paar Regenschauern erkundete ich Lissabon, Porto und Sintra, wobei mir Porto am besten gefallen hat. Die Mischung aus bunten Häusern an den Hängen, dem alten Hafen und der Stahlbrücke ist das Fotomotiv schlechthin. Diesmal hatte ich insgesamt nur 6 Tage zur Verfügung, aber auch hier gibt sicher ein nächstes Mal…

Meinen Geburtstag Mitte April verbrachte ich bei der Familie in Kärnten und besuchte Freunde und Verwandte. Danach ging es für mehrere Monate mit ein paar Pausen dazwischen auf Touren durch Zentral- und Südosteuropa (Österreich, Deutschland, Tschechien, Polen, Slowakei, Lichtenstein, Ungarn, Italien, Serbien), bis ich im Juli wieder drei Wochen frei hatte. Diese Zeit verbrachte ich zwischen meiner alten Heimat Kärnten und meiner neuen Heimat, dem Salzkammergut, mit Stand-Up-Paddeln, radfahren, wandern, baden und Motorradausflügen (ich besitze selbst ein Motorrad). Danach folgten weitere Touren in Zentraleuropa und eine Skandinavien-Tour von Dänemark über Schweden nach Norwegen. Meine Highlights auf dieser Tour waren Kopenhagen und die schwedische Kleinstadt Alingsås, die für ihre kleinen Cafés und die dort angebotenen Fika-Touren bekannt ist.

Sehnsuchtsziel im fernen Osten: 4 Wochen Seidenstraße

Ende September startete ich zu einem weiteren Reise-Highlight des Jahres, meiner vierwöchigen Seidenstraße-Rundreise durch Kirgistan, Usbekistan und Turkmenistan. Diesmal konnte ich mich sorgenfrei zurücklehnen, denn das Denken und die Organisation überließ ich der Gruppenleiterin. Für eine geführte Gruppenreise habe ich mich aufgrund des logistischen Aufwands in Kirgistan sowie Turkmenistan entschieden, Letzteres kann ohnehin nur mit einem Guide bereist werden. Insgesamt war die Reise entlang der Seidenstraße ein Erlebnis, das ich jedem empfehlen kann. Wir haben nicht nur beeindruckende Landschaften und Kulturgüter gesehen, sondern sind auch in das lokale Leben eingetaucht. Wir haben bei Familien zuhause übernachtet, mit ihnen gekocht, lokale Märkte besucht, haben usbekische Hochzeitstracht anprobiert, uns an traditionellem Handwerk probiert und eine Jurte gebaut. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Übernachtung in einer Jurte auf 3000 Metern Seehöhe bei Minusgraden auf der einen Seite und die Hitze, der Geruch und das Zischen, die mitten in der turkmenischen Wüste vom Tor zur Hölle aus dem Boden aufgestiegen sind, auf der anderen Seite. Ein unglaublicher Trip, den ich mein Leben lang nicht vergessen werde.

Trendreiseziel Japan zur Herbstlaubfärbung

Im November ging es dann auf eine Reisebegleitung nach Japan zur Herbstlaubfärbung. Ich habe Japan geliebt: die Ordnung, das Essen, die Rücksichtnahme aufeinander und auch die vorgewärmten Toilettensitze haben ihren Charme. Aber das alles bildete nur den Rahmen für die eigentlichen Highlights Japans – die bunten Bäume überall, die zahlreichen Tempel und der Anblick des Fuji mit schneebedecktem Gipfel. Es gibt jedoch auch eine andere Seite von Japan und das sind der Massentourismus (speziell in Kyoto), die Einkaufsstraßen mit der Dauerbeschallung (insbesondere in Tokio und Osaka) und den vielen schrillen, blinkenden Werbeanzeigen. Beides zusammen, die ruhige, traditionell-bedachte Seite Japans mit ihren Tee-Zeremonien, den Geisha-Tänzen und den Gebeten in den Tempeln und die kommerzialisierten Viertel samt Roboter- und Maid-Cafés neben stark frequentierten Spielehallen machen dieses Land zu dem, was es heute ist. Selbst nach drei Wochen habe ich bei weitem noch nicht alles gesehen. I will be back!

Besinnliche Vorweihnachtszeit oder kommerzieller Rausch?

Der letzte Monat des Jahres war geprägt von Weihnachtsmarkt-Touren, die ich begleitet habe. Wenn du wissen willst, welche Weihnachtsmärkte zwischen Berlin und Venedig die besten sind, frag mich gerne. In nur drei Wochen war ich in Berlin, München, Dresden, Prag, Wien, Bratislava, Budapest, Salzburg, Bled, Ljubljana und Venedig. An einigen Tagen war in den Straßen und auf den Märkten so viel los, dass wir uns regelrecht durchschieben mussten. Ob und wieviel das noch mit einer besinnlichen Vorweihnachtszeit zu tun hat, sei dahin gestellt. Wie auch letztes Jahr habe ich über die Weihnachtsfeiertage gearbeitet (meine Gruppe und ich haben Heiligabend in einem slowenischen Restaurant in Bled verbracht) und das geschäftliche Jahr erst am 27. Dezember beendet. Danach bin ich mit meiner Familie in Kärnten in das neue Jahr gerutscht.

2025 war also auch wieder ein turbulentes Reisejahr mit vielen spannenden Reisen und neuen Eindrücken.

Kurz zusammengefasst:

  • Blog-Gründung im Juli 2025 (leider nur 2 veröffentlichte Blogartikel)
  • 21 bereiste Länder, davon 10 zum ersten Mal
  • 29 von 52 Wochen unterwegs
  • Ländercount Ende 2025: 73

Was ich 2025 lernen durfte

  • Fremdsprachenkenntnisse öffnen Tür und Tor. Gerne hätte ich in Südamerika besser Spanisch gesprochen, um mich mit den Einheimischen besser zu unterhalten und ihre Geschichten verstehen zu können.
  • Ich darf mir bewusst Ruhepausen einplanen, denn mein Job ist anstrengend und der Kopf schaltet nie ab. Auch wenn ich alleine unterwegs bin, sind meine Reiseziele oft in Regionen oder von einer Reiseart, die mit Entbehrungen verbunden sind und oft habe ich auch mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen. Insbesondere deswegen sind Ruhephasen unumgänglich, ob unterwegs oder daheim!
  • Das Leben ist kurz und es gibt noch so viel zu sehen und zu erleben. Man weiß nie, wann sich die Umstände ändern und sich Reisepläne nicht mehr realisieren lassen. Deswegen, warte nicht auf irgendjemanden oder irgendetwas – tu es! Für dich.

Wie geht es 2026 weiter?

Das Reisefieber hat mich nach wie vor im Griff und solange ich noch diesen Drang und die Freude am Reisen verspüre, werde ich diesen, meinen Lifestyle fortführen. Das heißt Reisemöglichkeiten wahrnehmen oder selbst erschaffen. Möglichst viel von der Welt sehen, aber auch Pausen einplanen. Auf Nachhaltigkeit achten, wo möglich. Offen und neugierig bleiben für Neues, Unbekanntes und Anderes. Dankbarkeit und Wertschätzung für das, was ich habe und was mir möglich ist und all jene, die mich dabei begleiten und unterstützen. Und natürlich möchte ich weiter an meinem Blog arbeiten und dir damit einen Mehrwert bieten.

Hier bist du richtig, wenn du:

  • Reiseinspiration oder Erfahrungsberichte suchst
  • Eine konkrete Reise planst und noch Informationen zu einem bestimmten Reisethema oder einer Destination suchst
  • Ans Alleinereisen denkst, dir aber noch unsicher bist wie und wohin
  • Gerne individuell und mit Tiefgang reist, anstatt Pauschalreisen von der Stange oder Partyurlaub auf Malle

Wenn du dich angesprochen fühlst, folge mir gerne! Ich freue mich auf deine Kommentare, Wünsche und Anregungen.

Ich wünsche dir ein erlebnisreiches Reisejahr 2026!

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