Balkon mit Flagge von Uruguay
Südamerika

1 Woche in Uruguay: Meine Route und Must-sees

Das, im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern, kleine Land Uruguay wird zwischen den großen und weitaus bekannteren Nachbarn Argentinien und Brasilien gerne übersehen. Offiziell heißt das Land mit knapp 3 Millionen Einwohnern „Republica Oriental de Uruguay“, was soviel heißt wie „Republik östlich des (Flusses) Uruguay. Warum ich dir einen Besuch unbedingt ans Herz lege und was du auf keinen Fall verpassen darfst, erfährst du jetzt!

Vor der Reise

Wie vor jeder Reise gibt es einige Dinge zu beachten. Wann reise ich? Welches Visum brauche ich? Welche medizinischen Vorkehrungen sollte ich treffen? Diese Fragen drängen sich bei der Reiseplanung wahrscheinlich als Erstes auf. Hier findest du eine schnelle Übersicht.

Beste Reisezeit für Uruguay

Uruguay ist prinzipiell das ganze Jahr über gut zu bereisen, jedoch kann es im südamerikanischen Sommer (Dezember bis Februar) sehr heiß und schwül werden. Die beste Jahreszeit für Entdeckungen in Uruguay ist daher der Herbst (März bis Mai) oder das Frühjahr (Oktober & November). Der Karneval in Uruguay gilt als der längste der Welt und findet jedes Jahr von zirka Mitte Januar bis Ende Februar statt. Auch die Semana Santa (Karwoche) findet wie bei uns das Osterfest meist Ende März bis Mitte April statt. Wenn du eines dieser Feste sehen möchtest, solltest du deinen Urlaub zu diesem Zeitpunkt planen.

Währung und Geldangelegenheiten

Die Währung in Uruguay ist der uruguayische Peso. 100 UYU sind zirka 2,20 EUR, abhängig vom Wechselkurs. Uruguay ist daher ein vergleichsweise günstiges Reiseziel. In den größeren Städten gibt es Geldautomaten, ansonsten nutzt du für Bargeld am besten lokale Wechselstuben. Sie wechseln Euros oder US-Dollar. Für Vieles wird nach wie vor Bargeld benötigt, ganz bargeldlos geht es also nicht. In gehobeneren Restaurants und Hotels kannst du meist mit Karte bezahlen.

Gesundheit

Das Leitungswasser in Uruguay solltest du besser nicht trinken. Insbesondere die Region Montevideo hatte 2023 erhebliche Probleme mit der Trinkwasserversorgung und in Folge dessen mit der Trinkwasserqualität. Ansonsten gilt wie überall sonst Hände waschen und eine Grundimmunisierung gegen die gängigsten Reisekrankheiten (Hepatitis A & B, Diphterie-Tetanus etc.) schadet auch nicht. Uruguay ist Malaria-frei. Informiere dich vor Abreise bitte unbedingt bei deinem Tropeninstitut oder deinem Hausarzt!

Wie reise ich am besten nach Uruguay?

Während Montevideo selbst einen internationalen Flughafen besitzt, ist der Flughafen Buenos Aires Ezeiza (EZE) im Schnitt günstiger und mit mehreren Fluglinien aus Übersee zu erreichen. Der direkt am Rio de la Plata gelegene Flughafen Buenos Aires – Jorge Newbery (AEP, unter den Einheimischen einfach nur als „aeroparque“ bekannt) wird hauptsächlich von regionalen Fluglinien bedient und stellt damit eine gute Alternative für Kurzstreckenflüge in diverse Nachbarländer dar (siehe dazu auch meinen Beitrag zu Paraguay). Ich selbst bin vom Flughafen Ezeiza aus Richtung Uruguay gestartet.

Mein Verkehrsmittel der Wahl, um vom Flughafen zum Fährterminal zu kommen, ist ein Uber. Diese sind kostengünstig, halten unterwegs nirgends, es ist wesentlich komfortabler mit dem Gepäck und zudem noch schneller. Für die zirka 32 Kilometer lange Strecke vom internationalen Flughafen Ezeiza benötigt ein Uber je nach Verkehr zwischen 35 und 45 Minuten, während ein Bus gut und gerne 2 Stunden in Anspruch nimmt und man dann auch noch umsteigen muss.

Es gibt zwei Fährgesellschaften, die die Strecke von Buenos Aires nach Uruguay (Colonia oder Montevideo) bedienen: Buquebus und Colonia Express. Nur Buquebus fährt direkt nach Montevideo, Colonia Express hingegen fährt nur nach Colonia und nutzt dann einen Bustransfer nach Montevideo, der mit dem Ticket nach Montevideo inkludiert ist. Buquebus ist dementsprechend auch teurer, daher habe ich mich für Colonia Express entschieden. Es empfiehlt sich das Ticket möglichst früh vorab zu buchen, da die Preise da meist günstiger sind.

Ich habe folgende Strecken über das Online-Portal von Colonia Express gebucht: Buenos Aires – Colonia del Sacramento und Montevideo – Buenos Aires, wobei hier wie gesagt die Strecke von Montevideo nach Colonia mit dem Colonia Express Bus zurückgelegt wurde und von dort dann erst mit der Fähre nach Buenos Aires. Zur Überfahrt selbst kann ich sagen, dass ich selten seekrank werde und es mir daher wenig ausgemacht hat, während einige andere Personen sich erbrochen haben. Das Personal ist aber sehr aufmerksam und verteilt Kotztüten. Wenn du einen empfindlichen Magen hast empfiehlt es sich einen Platz möglichst unten und in der Mitte der Fähre zu wählen, da es dort am stabilsten ist.

Yachthafen von Colonia del Sacramento
Yachthafen von Colonia del Sacramento

Hinsichtlich der Kosten und des Zeitaufwandes hat die Überfahrt von Buenos Aires nach Colonia del Sacramento ca. 1 Stunde 15 Minuten gedauert und mit dem Super Economica Tarif 54.626 ARS gekostet (umgerechnet ca. 37,40 EUR). Die Strecke retour von Montevideo (über Colonia) nach Buenos Aires hat ca. 3,5 Stunden gedauert und 70.000 ARS (ca. 48 EUR) gekostet. Mit der Buchungsbestätigung bekommt man seinen Bording Pass und muss sich 1,5 Stunden vor der Abfahrt am Terminal einfinden. Da es sich um eine internationale Reise handelt, muss man auch durch die Migration. Diese befindet sich auf der argentinischen Seite im Colonia Express Terminal (das heißt wenn du von Argentinien nach Uruguay reist, reist du noch auf argentinischem Boden aus Argentinien aus und in Uruguay ein; beim Rückweg ist es genau umgekehrt). Wie bei anderen Grenzen wird auch das Gepäck kontrolliert. Es kann zusätzlich zu den Röntgengeräten für das Gepäck auch ein Drogensuchhund im Einsatz sein. Bei mir war das alles kein Problem! Auch hierfür sollte genug Zeit eingeplant werden.

Meine Route während 1 Woche Uruguay

1. Colonia del Sacramento (2 Nächte)

Den perfekten Einstieg bietet die charmante Kolonialstadt Colonia del Sacramento mit ihren schmucken Häuschen und Ruinen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Kommst du zum Beispiel aus Buenos Aires, wird dir hier die entschleunigte Atmosphäre sofort auffallen. Colonia ist klein genug um alles zu Fuß zu erkunden. Es gibt wenig Verkehr und die Gehwege liegen größtenteils im Schatten der Bäume, die die Straßen säumen. Neben zahlreichen historischen Berührungspunkten findest du in Colonia auch eine lebendige Café- und Restaurant-Szene, die zum Verweilen und Beobachten einlädt. So gelingt der perfekte Start deiner Uruguay-Reise! Lies mehr zu Colonia in meinem Beitrag.

2. Montevideo (4 Nächte)

Die kleine Schwester von Buenos Aires ist eine Schatzkiste an Sehenswürdigkeiten, Märkten (stationäre wie der Hafenmarkt oder temporäre wie die Feria de Tristán Narvaja), Restaurants und Flecken zum Entspannen, wie die zahlreichen Parks oder Strände der Stadt. In Montevideo befinden sich auch viele hochinteressante Museen zur Geschichte (inklusive Ausstellungen zur präkolumbianischen Zeit, der Kolonialzeit sowie der Unabhängigkeitsbewegung), Kultur (Gauchos, Karneval etc.) und Kunstszene des Landes. Das historische Zentrum lässt sich gut zu Fuß erkunden. Möchtest du mehr von der Stadt sehen und suchst eine Möglichkeit für Transport und Information in Einem, dann empfehle ich dir den Hop-on, hop-off Bus (Bus turístico Montevideo). Mehr zu den Sehenswürdigkeiten in Montevideo und meinen Tipps findest du in meinem Beitrag.

3. Tagesausflug nach Punta del Este

Über GetyourGuide habe ich einen Tagesausflug nach Punta del Este gebucht. Leider hat es fast den ganzen Tag geregnet. Ein Bus fährt verschiedene Treffpunkte in der Stadt an, du gehst einfach zu dem für dich am nächsten. Es war ein großer Reisebus mit 50 Sitzplätzen, der so ziemlich voll war. Eine Reiseleiterin war mit dabei, die Infos zu Land und Leuten sowie den Sehenswürdigkeiten auf Spanisch, Portugiesisch und Englisch gab. Unser erster Stop war in Piriápolis, besser gesagt am Cerro San Antonio. Dieser Aussichtspunkt am Berg bietet ein nettes Panorama des beliebten Badeortes.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter zum Casapueblo-Museum in Punta Ballena. Dieses außergewöhnliche Gebäude des uruguayischen Künstlers Carlos Páez Vilaró beherbergt auch ein Café und Gästezimmer. Den Eintritt von 14 USD für Ausländer habe ich mir gespart und lieber ein paar Bilder von außen mit Blick über das Meer gemacht. Nach diesem Aufenthalt erreichten wir unser Ziel Punta del Este.

Ich hatte die Option ohne Mittagessen gewählt und beschlossen den beliebten Ferienort auf eigene Faust zu erkunden. Aufgrund des schlechten Wetters fiel mein Plan, gemütlich am Strand zu entspannen, leider ins Wasser. Nach einer kleinen Stärkung im Vitaminas Casa de playa y Café war der nächste Weg direkt zu meinem Hauptmotiv für diesen Ausflug: die Hand im Sand. Ich hatte sie mir zugegebenermaßen etwas größer vorgestellt. Wie es eben so ist bei bekannten Motiven wird hier viel fotografiert.

Nachdem ich einige Bilder gemacht hatte und Leuten mit ihren Fotos geholfen hatte, erkundete ich in der letzten verbleibenden Zeit die „Flaniermeile“ von Punta del Este, die Avenida Juan Gorlero. Dort befinden sich zahlreiche Shops, Casinos und Restaurants und es mutet insgesamt sehr touristisch an. Für mich ging hier das Flair Uruguays, das ich aus Colonia und Montevideo kannte, etwas verloren. Nachdem alle Mitreisenden eingesammelt waren, ging es gut 2 Stunden zurück nach Montevideo.

Hand Punta del Este
Die Hand im Sand, Punta del Este, Uruguay

Wissenswertes über Uruguay

Die Einwohner Uruguays nennen sich selbst „Orientales“. Für sie gibt es 4 wichtige Dinge im Leben, die in beliebiger Reihenfolge sind: Fußball, Mate, Asado und den Candombe.

  • Fußball: ist in Südamerika fast so wichtig wie die Religion, manchen ist es sogar wichtiger! Die zwei größten Vereine heißen Peñarol und Nacional
  • Mate: ein wie im Nachbarland Argentinien überall anzutreffendes Tee-Getränk, das heiß oder kalt getrunken wird. Die kalte Version heißt Tereré (mehr zu dieser Tradition findest du in meinem Beitrag zu Argentinien)
  • Asado: auch als Parrillada bezeichnet, meint gegrilltes Fleisch und Würstchen und ist in Südamerika aufgrund der vorherrschenden Viehzucht weit verbreitet
  • Candombe: ein von Trommeln begleiteter Tanz mit afro-uruguayischen Wurzeln, der aus der früheren Sklaverei stammt und heute ein immaterielles Kulturerbe ist

Seit der starken Preissteigerung in Argentinien im Herbst 2023 (mehr dazu findest du in meinem Beitrag zu Argentinien) bietet Uruguay eine gute und günstige Alternative für einen Estancia Aufenthalt oder gemütliches Bummeln in den Städten am Rio de la Plata. Je weiter man in Richtung Atlantik kommt, desto schöner werden auch Uruguays Strände (offiziell ist die Grenze zwischen dem Rio de la Plata und dem Atlantik bei Punta del Este). In Uruguay wird auch Wein angebaut (60% Rotwein, 40% Weißwein). Wenn du die Möglichkeit hast, probiere unbedingt einen der bekannten Tannat-Weine oder den Medio Medio – einen süßen Schaumwein.

Wusstest du, dass…?

  • Es in Uruguay 3 offizielle Flaggen gibt? Die bekannteste ist die blau-weiß gestreifte mit der Sonne im oberen, linken Eck (Pabellón Nacional oder Nationalflagge). Die insgesamt 9 Streifen symbolisieren die ursprünglichen 9 Departamentos (Verwaltungsbezirke) des Landes; heute sind es 19. Neben dieser gibt es auch noch die Artigas-Flagge (benannt nach dem uruguayischen Nationalhelden José Gervasio Artigas) und die Flagge der Treinta y Tres (benannt nach den 33 Patrioten, die 1825 für die Unabhängigkeit des Landes kämpften).
  • Uruguay ein säkulares Land ist, wo Religionsfreiheit herrscht? Die Mehrheit der Gläubigen bekennt sich zum Katholizismus (ca. 38 %), gefolgt von Protestanten (ca. 10 %). Fast die Hälfte der Einwohner gibt kein religiöses Bekenntnis an (Anmerkung: verschiedene Datenquellen zeigen hier unterschiedliche Prozentsätze an; die Angaben sind daher als Richtwert zu verstehen).
  • Marihuana legal ist und es sogar der Staat selbst anbaut? In Uruguay darf jede erwachsene Person 6 Pflanzen selbst anbauen und ausschließlich für den Eigengebrauch nutzen. Alternativ gibt es Mitgliedschaften in einem Club, wo man legal monatlich 40 g beziehen kann. Oder man besorgt sich die 40 g legal aus der Apotheke, die die Produkte des Staates verkauft. Ja, wirklich!
  • Es in Uruguay mehr Kühe als Menschen gibt? Ein Viertel von Uruguays Exportwirtschaft ist dem Fleischexport zuzurechnen. Besonders begehrt ist das Fleisch des Angus Rindes.

Mein Fazit nach 1 Woche Uruguay

Mein Fazit zu Uruguay ist, dass es unbedingt einen Besuch wert ist – und zwar mehr als nur einen Tagesausflug von Buenos Aires aus! Wenn du nur die Städte an am Ufer des Rio de la Plata besuchen möchtet und nicht weiter die Atlantikküste hinauf oder ins Landesinnere möchtest, reicht 1 Woche aus. Für alles andere solltest du mehr Zeit einplanen.
Das Herumkommen im Land selbst funktioniert hauptsächlich mit Bussen, Taxis oder mit dem Mietwagen. Soweit ich weiß wurde der Zugverkehr komplett eingestellt (Stand 2025).

Insgesamt ist das „Land östlich des Uruguay“ unglaublich entspannt. Ich habe mich als alleinreisende Frau nie unsicher gefühlt. Gerade in Hostels findet man immer Anschluss; es ist aber überhaupt kein Problem, alleine etwas zu unternehmen. Beim nächsten Mal möchte ich auch das Hinterland erkunden und auf einer Estancia übernachten. Wenn es so weit ist, nehme ich dich natürlich mit!

Wenn dir mein Beitrag gefallen hat, lies doch gerne meine anderen Beiträge zu Uruguay.

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