Colonia del Sacramento
Südamerika

Colonia del Sacramento – Perle am Rio de la Plata

Colonia del Sacramento liegt fast direkt gegenüber von Buenos Aires, am anderen Ufer des mächtigen Rio de la Plata. Eine nur 1 Stunde und 15 Minuten kurze Überfahrt mit der Fähre trennt die beiden Städte, die trotz ihrer Gemeinsamkeit als koloniale Siedlungen unterschiedlicher nicht sein könnten. Sobald du Fuß auf uruguayischen Boden setzt, dreht sich die Welt langsamer. Dein Schritt und dein Geist entschleunigen in den schattigen, gepflasterten Straßen. Willkommen in Uruguay!

Die Stadt geht auf die Gründung im Jahr 1680 zurück und war seitdem mehrfach zwischen den Kolonialmächten Portugal und Spanien stark umkämpft. Damals wurde der Gouverneur von Rio de Janeiro, das zu diesem Zeitpunkt zum Königreich Portugal gehörte, mit der Errichtung eines strategischen Außenpostens beauftragt. Das Fort bildet heute noch gemeinsam mit der Kirche das Zentrum der Altstadt. Colonia ist damit die älteste Stadt in Uruguay und heute eine UNESCO Welterbestätte. Die Sehenswürdigkeiten im Zentrum sind alle gut zu Fuß zu erreichen. Charmante Cafés laden zu einer Pause für zwischendurch ein. Was du hier auf keinen Fall findest, ist Stress. Dafür gibt es viel Interessantes zu entdecken, was ich dir nun vorstelle.

Das solltest du in Colonia del Sacramento auf keinen Fall verpassen:

  • Plaza de Armas: dieser wunderschöne Platz ist von bunten Häusern umgeben, in deren Mitte sich die Ruinen des Gouverneurhauses von Manuel Lobo befinden.
  • Basilica del Santisimo Sacramento: die Hauptkirche von Colonia del Sacramento (zu Deutsch: Basilika des Allerheiligsten Sakraments, findet sich auch im Namen der Stadt) geht auf die erste Pfarrgemeinde aus der Gründung Colonias 1680 zurück. Das heutige Gebäude wurde nach einem Brand der ursprünglichen Kirche um 1810 erbaut.
  • Puerta de la ciudadela: Das letzte verbliebene Tor des alten Forts aus dem 17. Jahrhundert, samt eines Teils der Befestigungsmauer. Wer von der Zugbrücke aus auf die Anlage blickt und genau hinsieht, kann kleine Marker entlang des Fundaments entdecken. Diese kennzeichnen den Übergang von der originalen Bausubstanz zur Rekonstruktion, welche den Großteil dessen, was wir heute sehen, ausmacht. Auch die Zugbrücke ist eine Replik. Überquerst du die Zugbrücke ins Innere des Forts und hälst dich links, gelangst du zur Bastión de San Miguel.
altes Tor zum Fort in Colonia del Sacramento
Das (teils rekonstruierte) Eingangstor zum alten Fort
  • Plaza Mayor: ein an sich recht unspektakulärer Platz, auf dem allerding die Einheimischen Kunsthandwerk anbieten und der von einigen interessanten Museen und Gebäuden gesäumt ist, wie dem Casa del Virrey (Freilichtmuseum mit den Überresten alter Kolonialbauten), dem Espacia Dr. B. Rebuffo (Museum mit historischen Artefakten, Tieren und Pflanzen) oder der Vivienda Portugesa (Kolonialgebäude aus dem 18. Jahrhundert). An der Südseite des Platzes befindet sich das Espacio Portugués, ein Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert mit Artefakten aus der portugiesischen Kolonialzeit.
  • Leuchtturm von Colonia: Er bildet ein beliebtes Fotomotiv neben den Ruinen des Konvents des Heiligen Franziskus. Wer möchte, kann ihn auch erklimmen und das 360 Grad Panorama aus rund 30 Metern Höhe genießen. Gut zu wissen: Flip Flops oder ähnliches Schuhwerk ist aufgrund der engen und steilen Treppen nicht erlaubt; es werden nur uruguayische Pesos in Bargeld (zum Zeitpunkt des Besuchs 35 UYU) akzeptiert und mittags hat der Turm geschlossen!
  • Calle de los Suspiros: diese pittoreske, kopfsteingepflasterte Straße gehört zum ältesten Teil der Stadt. Die „Straße der Seufzer“, ähnlich der Seufzerbrücke in Venedig, stellt jenen Abschnitt dar, welchen Gefangene und Sklaven mit einem letzten Seufzer ob ihrer verlorenen Freiheit zurücklegten.
  • Bastión de San Pedro: gemeinsam mit dem Leuchtturm am Hafen oder der Rambla einer der besten Orte um den Sonnenuntergang zu genießen.
  • La Rambla: Nördlich des Zentrums erstreckt sich die Ramla (der erste Abschnitt hießt Rambla Cristobal Colón, der Abschnitt nach dem Kreisverkehr heißt Rambla de las Amèricas). Besonders gegen Abend ist dieser Abschnitt am Ufer des Rio de la Plata ein Treffpunkt für die Einheimischen, die den Tag gemütlich an den Stränden ausklingen lassen. Auch einige der besseren Hotels befinden sich hier.
la rambla colonia del sacramento
Auf der Rambla gibt es immer wieder sandige Abschnitte, die öffentlich zugänglich sind.
  • Mercado Artesanal de Colonia: an der Arquitecto Miguel Angel Odriozola befindet sich das moderne Gebäude des Kunsthandwerkmarktes, wo es sich anbietet noch einige Souvenirs zu kaufen. An derselben Straße befindet sich auch die Touristeninformation und der alte Zugbahnhof von Colonia, alles nur wenige Schritte vom Busbahnhof bzw. dem Fährterminal entfernt.

Gut zu wissen!

Der Fährterminal liegt direkt neben dem Busterminal – beides ist fußläufig von der Altstadt zu erreichen. Trotz dessen, dass es bereits dunkel war, habe ich mich am Weg zum Hostel als alleinreisende Frau nicht unsicher gefühlt. Dieses war auch mit Gepäck zu Fuß innerhalb von 15 Minuten zu erreichen. In Uruguay habe ich in den Frauenschlafsälen der Viajero Hostels übernachtet. Du kannst auch einen Rabatt bekommen, wenn du mehrere Nächte mit ihnen buchst, zum Beispiel in Colonia del Sacramento, Montevideo oder auch Buenos Aires (unbezahlte Werbung).

Colonia kann man gut an einem Tag besichtigen (wenn du wirklich wenig Zeit hast, geht es auch an einem halben Tag). Die Stadt ist nicht groß, aber sie ist sehr entschleunigt und weit weniger touristisch als Montevideo oder Buenos Aires. Du kannst dich einfach in den von Bäumen beschatteten Straßen treiben lassen, das ein oder andere Souvenir kaufen oder bei einem kühlen Getränk die Leute beobachten. Im Zentrum gibt es wenig Verkehr und aufgrund der schachbrettartigen Anordnung der Straßen kannst du dich auch kaum verlaufen.

Schattige Gassen in Colonia
Schattige Gassen in Colonia

Kartenzahlung ist in Uruguay weit verbreitet, dennoch nehmen manche Sehenswürdigkeiten oder Straßenverkäufer nur Bargeld. Solltest du also Geld wechseln müssen, kann ich dir dieses Wechselbüro empfehlen. Hier habe ich sogar ohne Reisepass und ohne anstehen Euros für Uruguayische Pesos zu einem guten Kurs gewechselt.

Colonia ist der perfekte Ort um von einem kleinen, schattigen Café aus die Leute zu beobachten und eine kurze Pause einzulegen! Ich habe das Anita Resto-Café getestet und für sehr gut befunden. Mittaggegessen habe ich mit Blick aufs Wasser im Resto-Morriña (unbezahlte Werbung).

Lies mehr über Uruguay und die Orte, die ich besucht habe!

Eine Antwort schreiben